Inrather Bunker macht Platz für neue Wohnungen

Seit ein paar Wochen wird der Hochbunker an der Inrather Straße abgerissen. Hier informieren wir Sie über das Neubauprojekt.

Zugegeben: Das schwere Gerät mit Spezialzange und Stemmeisen, welches für den Abriss unbedingt benötigt wird, sorgt in der näheren Umgebung der Baustelle für Lärm, Staub und Schmutz. Allerdings: Das Ganze dient einem guten Zweck. „Nach dem Abriss entsteht dringend benötigter, bezahlbarer Wohnraum – und eine ganze Wohngegend gewinnt deutlich an Qualität“, blicken die WKR-Vorstände Bastian Imig und Sandra Altmann, die auch gemeinsam die Geschäfte der betrauten Krefelder Bau GmbHführen, nach vorn.

Es geht bei dem Projekt also um
• mehr Wohn- und Lebensqualität,
• bezahlbare Wohnungen (20 Einheiten in verschiedenen Größen) plus Tiefgarage
• sowie um eine sichtbare Aufwertung für das Herz von Inrath.

Wie es zum Abriss des Hochbunkers kam?

2022 hatte die Krefelder Bau GmbH (KRB), eine hundertprozentige Tochter der Stadt Krefeld und ein Schwesterunternehmen unserer Wohnstätte, das Hochbunker-Gelände erworben. Das Areal gehörte zu den für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben entbehrlichen Grundstücken, die für Zwecke des sozialen Wohnungsbaus zu verbilligten Konditionen veräußert werden. Zugleich übernahm die KRB damit im Rahmen eines „Betrauungsakts“ für die Stadt die weitere Entwicklung des Areals an der Inrather Straße.

Der Abriss eines Hochbunkers ist eine Premiere – eine nie dagewesene Aufgabe und technische Herausforderung für die Krefelder Bau. Nach etlichen Probearbeiten, um Werte verschiedener Abrissvarianten vergleichen zu können, war klar: Der Bunker, der bis zu 1,40 Meter dicke Betonwände aufweist, lässt sich technisch, zeitlich, wirtschaftlich und für das Umfeld vertretbar nur mit Stemmen und einer großen Zange realisieren – weswegen auch eine Sprengung verworfen wurde.

Warum der Inrather Bunker nicht zu Wohnraum umgebaut werden konnte?

Da gibt es viele Gründe. Zum einen haben alle Bunker unterschiedliche Zuschnitte; zum Beispiel bei den Raumhöhen. 2,40 Meter Raumhöhe Minimum werden für die Umnutzung in Wohnungen benötigt und die waren im Hochbunker am Inrath nicht gegeben. Zudem hat der Bunker an manchen Stellen eine solche Tiefe, dass aufgrund mangelnder Belichtung kein Wohnraum realisiert werden kann. „Dann hätten wir Lichtschächte reinsetzen müssen. Und bei öffentlich gefördertem Wohnraum müssen die Treppenhäuser an der Außenfassade liegen. Damit wäre eine weitere Einschränkung, Wohnraum zu gestalten, bedingt“, erklärt Marcel Füser, Technischer Bereichsleiter der Krefelder Bau.

Nach dem Abriss und abhängig vom weiteren Verlauf des Rückbaus sollen im Sommer 2026 die Hochbauarbeiten für den Neubau beginnen. Wo sich jetzt noch der Keller des Hochbunkers befindet, wird eine Tiefgarage gebaut.
Geplant sind 20 barrierearme, öffentlich geförderte Wohnungen mit insgesamt rund 1 430 Quadratmetern Wohnfläche, die sich aufs Erdgeschoss und drei Obergeschosse verteilen.
Nach derzeitigem Stand wird es sieben Zwei-Zimmer-Wohnungen geben – eine davon in rollstuhlgerechter Ausführung im Erdgeschoss – sowie zehn Drei-Zimmer und drei Vier-Zimmer-Wohnungen.

Fotos: WKR, Simon Erath