Willkommen Zuhause 63/2020

6 KREFELD IM BLICK Neben der Vermietung der knapp 8.900 Bestandswoh- nungen gehören auch Sanierung und Schaffung von neuem, bezahlbarem Wohnraum zu den Kernaufgaben der Wohn- stätte Krefeld (WKR). Ein wichtiger Aspekt dabei: Planung und Einsatz von modernen, energie- und kostensparenden Lösungen zur Wärmeversorgung. Bereits seit vielen Jahren geht die WKR mit modernen und zeitgemäßen Wohnstandards voraus. Dies beinhaltet auch wirtschaftliche und energieeffiziente, technische Lösungen zur Energie- und Wärmeversorgung, was sich positiv bei den Betriebskosten für die Mieter*innen bemerkbar macht. „Seit mindestens zehn Jahren werden moderne Energie- und Wärmelösungen nicht nur im Neubau, sondern auch bei der Sanierung und Modernisierung älterer Wohnbestän- de der Wohnstätte mitberücksichtigt und erfolgreich umge- setzt“, sagt Marcel Füser, Leiter des Geschäftsbereiches Technik-Neubau-Sanierung bei der WKR. Fernwärme aus Krefeld für Krefeld Als jüngeres Beispiel für eine gelungene Modernisierungs- maßnahme gilt die energetische Sanierung der Mehrfami- lienzeile Gubener Straße 12-18 in Gartenstadt. In den 32 Wohneinheiten wurden innerhalb eines Jahres die Heiz- körper, Bäder, Böden und Fenster erneuert. Modernisiert wurden auch die Außenanlagen: Neu gepflasterte Gehwe- ge mit Grünbepflanzung, ein neugestalteter Spielplatz und Neue Wärme zieht mit ein Die Anfang 2020 sanierten Häuser an der Gubener Straße in Gartenstadt werden mit klimafreundlicher Fernwärme versorgt. Auch WKR-Mieter*innen in dem Dreieck Hardenberg-, Viktoria- und Blücherstraße nutzen schon oder bald Fernwärme. Fahrradabstellmöglichkeiten sorgen für eine erhöhte Wohn- qualität mit Blick ins Grüne. Die sanierten Wohnhäuser an der Gubener Straße werden mit klimafreundlicher Fernwärme versorgt. Die Entschei- dung dafür fiel nicht schwer, wie WKR-Vorstand Thomas Siegert erklärt: „Die Häuser liegen unweit der Krefelder Fernwärme-Trasse, also haben wir uns wegen der strengen Regularien der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2014 für diese buchstäblich naheliegende Wärmeversorgung ent- schieden, weil sie viele Vorteile vereint.“ Die Fernwärme wird bei der Müllverbrennung bei der EGK am Elfrather See erzeugt und dann zur Gubener Straße geleitet. Fernwärme hat einen Primärenergiefaktor von 0,0 und ist deswegen extrem klimafreundlich. Bequem, platz- sparend und kostengünstig in der Folgezeit ist sie auch, da keine Kosten für Betrieb und Unterhaltung eines Heiz- kessels und auch keine Schornsteinfegerkosten entste- hen. „Für unsere Mieterinnen und Mieter mit Fernwärme bedeutet das wohlige, zuverlässige und moderne Wärme, die ganz einfach reguliert werden kann“, sagt Thomas Siegert. Fernwärme spielt auch im Bereich Hardenberg-, Viktoria- und Blücherstraße eine große Rolle: So wird im Frühjahr 2021 das Haus Viktoriastraße 41 an die Trasse angeschlos- sen. Insgesamt werden dann 189 WKR-Wohnungen mit Fernwärme versorgt. Willkommen zu Hause #63 7 Intelligente, dezentrale Energie- undWärmelösungen finden sich vor allem bei Neubauprojekten der WKR. Luft-Wärmepumpe als Heizungsanlage Beispiel Neue Flur : Die vier öffentlich geförderten Mehr- familienhäuser, die hier zwischen 2017 und 2020 ent- standen, verfügen über eine Luft-Wärmepumpe als Heizungsanlage sowie einen Pufferspeicher, der im Haus als hydraulische Anbindung an das Verteilsystem – der Fußbodenheizung – fungiert. Die Fenster entsprechen den modernen Energiestandards und die Gebäudehüllen be- stehen aus umweltverträglichen Wärmedämmstoffen. Geothermie: Wärme aus dem Erdreich Gleich um die Ecke befinden sich die Neubauten Haver- kamp . Bisher verfügen zwei der drei Mehrfamilienhäuser über eine Geothermie-Anlage. Mit dieser wird dem Erdreich Wärme entzogen, die als Energie über eine Wärmepumpe in das Wärmeverteil- und Speichersystem geleitet und dann als Wärme an die Wohnungen verteilt wird. So entstand ein dezentrales Modell, bei dem die Warmwasserbereitung direkt in die jeweiligen Wohnungen erfolgt. Geothermie gilt als besonders umweltfreundlich, da Erdwärme unbegrenzt verfügbar ist und sehr nachhaltig wirkt – die Technik glänzt mit besonders geringem CO 2 -Ausstoß. BHKW erzeugt Strom und Nahwärme Mit dem Neubauprojekt Tilsiter Straße ergänzt die Wohn- stätte Krefeld die moderne Quartiersentwicklung in Linn. Der hohe Wohnstandard mit moderner Architektur und Wärmetechnik konnte für 38 Mieter*innen mit Hilfe Investitionen und Mieten Die Wohnstätte investiert rund 49 Millionen Euro pro Jahr: rund zwölf Millionen für die Instandhal- tung, bis zu sieben Millionen Euro in Sanierung und bis zu 30 Millionen Euro in neue, bezahlbare Wohnungen. Die WKR-Durchschnittsmiete für öffentlich geförderte Wohnungen liegt aktuell bei 5,70 Euro pro Quadratmeter kalt. 80 Prozent des Bestandes haben Kaltmieten von unter sechs Euro. Hinzukommen 3,50 bis 3,70 Euro als Ne- benkosten. Die WKR-Mieten für freifinanzierte Wohnungen liegen derzeit bei etwa neun Euro pro Quadratmeter kalt. öffentlicher Gelder verwirklicht werden. Als Wärmever- sorgung wurde die Nahwärme mit Biogas ausgewählt. Dabei werden in einem Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) durch die Verbrennung von CO 2 -neutralem Biogas Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt. Die Wärme kann direkt in den Wohnobjekten genutzt werden. Hinzukommt, dass – wie bei der Fernwärme – Investitionen für den Schorn- stein und Kessel inklusive Wartung und Instand- haltung entfallen und letztendlich die Mieterschaft keine umlegbaren Kosten tragen muss. Das gilt auch für die Be- wohner der Neubauten an der Herbertzstraße in Oppum. Auch dort arbeiten BHKWs. Am Haverkamp in Oppum werden die Wohnungen über eine Geothermie-Anlage beheizt. Für die Wärmeversorgung sorgen zwei Erdreich-Wärmepumpen und ein Pufferspeicher im Keller.

RkJQdWJsaXNoZXIy NjAxNTI=